Jackson Irgendwo in meinem Inneren war ich ziemlich aufgeregt, doch von Außen her konnte man mir dies kaum ansehen. Ich sollte das Treffen schnell hinter mich bringen und dann schnellstens zu Kyle in den Wald. Bestimmt würde er böse auf mich sein, da ich mich so verspätete, aber dem konnte ich gerade keinen weiteren Gedanken mehr schenken, da mein Vater mich aufforderte neben ihm an der langen Tafel platz zu nehmen. Er warf mir nur einen strengen Blick zu, der mir verriet, dass er ziemlich enttäuscht von mir währe, wenn ich mich nicht benehme. Also erfüllte ich ihm den ruhig zu bleiben und höflich ein Lächeln auf zu setzen. So schlimm konnten diese Leute aus dem Dorf, insbesondere die junge Frau, welche ich gleich kennenleren würde, ja nicht sein, schließlich kamen sie aus anderen Verhältnissen und kannten den Alltag eines anscheinend zu verwöhnten Königssohnes nicht. Ich war doch schon längst erwachsen und konnte selbst über mein Leben richten. Wieso also organisierten meine Eltern so ein Treffen für mich, nur an dem Gedanken mich alleine auf den Thron zu setzen konnte es ja nicht liegen. "Mutter? Kann ich dich etwas fragen?", wandte ich mich schließlich an meine Mutter. "Natürlich kannst du", forderte sie mich auf zu sprechen. "Bist du mit meinem Vater auch genauso zusammengekommen wie ich nun?", fragte ich ohne eine Miene zu verziehen. Etwas empört öffnete sie den Mund um etwas zu erwiedern, doch mein Vater kam ihr zuvor. "Das tut nichts zu Sache! Wir wollen einfach nur, dass du jemanden an deiner Seite hast", zischte er leise. Anscheinend wollte er nicht, dass ich noch weitere Fragen stellte und mich auf das Wesentliche konzentrierte. Seufzend ließ ich es bleiben, denn anscheinend konnte ich das alles hier weder umgehen noch mich davor drücken. Mit einem lauten quietschen wurde die schwere Tür zum Saal geöffnet und die geladenen Gäste traten ein.
Chloé Ich konnte es beinahe nicht glauben, dass wir wirklich hier waren, es kam mir so unrealistisch vor, dieses prunkvolle Schloss und irgendwie in den unendlich scheinenden Gängen eine Bauernfamilie, die hier nun wirklich eigentlich nicht hin gehörte. Mein Vater lief ein Stück vor uns, so dass sich meine Mutter irgendwann leise an mich wandte. "Du wirst ihn heiraten.", sagte sie leise und ich brauchte einige Sekunden, bevor ich merkte, was sie meinte. "Den Prinzen?", fragte ich leise und überrascht. Ein Nicken ihrerseits zeigte mir, dass ich recht hatte mit meiner Vermutung. Das konnte es nicht glauben. Zum einen nicht, weil ich doch eigentlich überhaupt nicht seinem stand entsprach, ich kam aus der Unterschicht und zum anderen, weil meine Eltern mich nicht einmal gefragt hatten, ob ich das wollte, geschweige denn mir gesagt hatten, dass wir deshalb heute hier her kommen sollten. Ich konnte es nicht glauben und wich dem Blick meiner Mutter aus, starrte stur gerade aus, als vor uns eine riesige Türe auftauchte, die von zwei Bediensteten geöffnet wurde. Ich hatte meine Hände noch immer vor dem Körper gefaltet, richtete meinen Blick nun jedoch Richtung Boden, schließlich standen wir gleich der Königsfamilie gegenüber. Nachdem dir Türe hinter uns wieder geschlossen wurde, sah ich kurz zu den drei Personen am Ende des Tisches und machte dann, ebenso wie meine Mutter, einen Knicks, während mein Vater sich verneigte. Dann sah mein Vater zur Familie und nickte dem König noch einmal grüßend zu. Dann steckten die beiden also anscheinend unter einer Decke.
Das Leben ist wie eine Pusteblume... Wenn die Zeit gekommen ist, muss jeder für sich alleine fliegen...
Jackson Meinem Vater würdigte ich nun keinen einzigen Blick mehr und sah einfach zu der Bauernfamilie, die sich der Tafel näherten. Eigentlich hatte ich noch nie etwas für die Dorfbewohner übrig gehabt und mich immer nur mit Leuten aus meiner Schicht abgegeben, was auch einen bestimmten Grund hatte. Mir lief es immer noch eiskalt den Rücken hinunter wenn ich nur daran dachte. "Setzt euch doch", ertönte plötzlich die Stimme meines Vaters neben mir. Ich bemühte mich mein aufgesetztes Lächeln bei zu behalten und meine Tarnung nicht auffliegen zu lassen, also nickte ich dem Oberhaupt der Familie meiner Zukünftigen zu und schon kamen Diener, die ihnen den Stuhl zurecht schoben und das Essen servierten. Erst jetzt merkte ich, dass ich eigentlich keinen wirklich großen Apetit hatte, zwang mich aber trotzdem etwas zu nehmen um nicht horklig da zu stehen. Wie es sich für einen Nachkommen des Königs gehörte hielt ich vornehm die Ellenbogen am Körper und schnitt das Fleischstück in Mundgerechte Habben, sodass ich ja nicht auf die Idee kommen konnte mit vollem Mund zu reden oder gar zu schmatzen. Während ich aß fing ich an die Tochter des Bauerns zu mustern. Ich musste zugeben, dass sie eigentlich recht hübsch war, worüber ich nur erleichtert sein konnte.
Chloé Offensichtlich war auch in dieser Familie die Situation recht abgekühlt, obwohl alle ein lächeln auf den Lippen hatten, denn der Prinz schien seinen Eltern keinen Blick mehr zu würdigen, ebenso wie das nun bei uns der Fall war. Trotzdem wagte ich es nicht wirklich meinen Blick zu heben und sie offen an zu sehen, so dass ich einen Moment lang nur still da stand, bevor der König uns dazu aufforderte uns zu setzten. Der Prinz nickte meinem Vater zu, bevor uns die Stühle zurück gezogen wurden. Ich setzte mich und strich mein Kleid glatt, als auch schon das Essen zu uns an die Tafel gebracht wurde. Es duftete wunderbar und auf den Tellern lagen Köstlichkeiten, von denen ich normalerweise nicht einmal zu träumen wagte. Doch trotzdem hielt sich mein Hunger sehr in Grenzen, zum einen war das Frühstück noch nicht so lange her, zum anderen hatte mir die Nachricht doch auf den Magen geschlagen. Dennoch nahm ich mir eine kleine Portion, wenigstens fiel es nicht so sehr auf, dass ich nicht so viel aß, schließlich war ich, zumindest sollte ich das sein, eine Dame. Ich begann zu essen, versuchte dabei so vornehm wie möglich zu bleiben, war mir aber zum Glück sehr gut gelang. Ich fühlte mich ein wenig unwohl, als ich bemerkte, dass mich der Prinz musterte, doch ich überspielte mein Unwohlsein durch ein leichtes Lächeln, das sich auf meine Lippen legte, während ich weiter aß und mich weiterhin anstrengte, hier wenigstens ein bisschen hinein zu passen, auch wenn ich es eigentlich überhaupt nicht wollte. Auch wenn mein Hunger sehr begrenzt war, so schmeckte das Essen trotzdem sehr gut, vorallem war es etwas besonderes für uns, dass wir Fleisch auf dem Teller hatten. So etwas gab es bei uns nur an ganz besonderen Tagen. Auch die Menge des Essens beeindruckte mich ein wenig, so viel hatten wir in einer Woche mittags auf dem Tisch, hier war es eine einzige Mahlzeit, wenn auch für sechs Personen, aber dennoch, wir konnten uns so viel einfach nicht leisten. Doch auch das alles ließ ich mir nicht anmerken.
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Jackson Ich wandte meinen Blick wieder von ihr ab und musste leider feststellen, dass die Lage hier sehr angespannt war und keiner wirklich zu sprechen wagte, bis meine Mutter schließlich das Wort ergriff. "Es freut mich, dass ihr kommen konntet. Hattet ihr eine angenehme Reise zu uns ins Schloss?" Auch sie versuchte die Anspannung, die hier in der Luft lag etwas zu lockern und einen sympatischen Eindruck zu hinterlassen. "Mein Sohn Jackson, der zukünftige Mann eurer Tochter, wird ihr sicher nach dem Essen unser Schloss zeigen", sprach sie in meinem Namen, während sie mir einen weniger freundlichen Blick zuwarf. Tch! Ich hasste dieses Wort Zukünftige oder Zukünftiger jetzt schon. Wenn ich nicht im Wald erscheinen würde, bevor die Sonne untergeht, dann konnte sich mein Vater aber später etwas von mir anhören, auch wenn dies eigentlich taktisch unklug war. Ich hasste es eigentlich meine Eltern an zu schreien oder sie zu verletzen, da ich sie doch eigentlich sehr lieb hatte und mich generell ungern mit Leuten zerstritt, auch wenn ich eine gewisse Vorliebe dafür entwickelt hatte andere 'Mit Füßen zu treten' wie man das so schön sagt. Vielleicht lag das aber auch nur daran, dass ich in einer anderen Umgebung aufgewachsen bin als andere. Schließlich gab ich nur ein stummes Nicken von mir.
Chloé Ich war wirklich froh, als endlich jemand die Stille unterbrach. Nachdem ich von meinem Teller aufgesehen hatte, erkannte ich, dass es sich um die Königin handelte, die meinen Eltern eine Frage gestellt hatte. Mein Vater nickte für uns alle ein wenig. "Ja, es war sehr angenehm, das Wetter ist ja zum Glück sehr gut heute.", antwortete er, auch mit einem sehr aufgesetzten Lächeln auf den Lippen. Wenigstens hatte er damit recht, die Anreise war gut gewesen, da hatte ich ja noch nichts von dem Plänen meiner Hochzeit mit dem Prinzen gewusst. Es war definitiv komisch, hier mit dem Mann zu sitzen, den ich anscheinend bald heiraten würde, auch wenn ich bis vor wenigen Minuten nicht einmal etwas davon gewusst hatte. Ich war mir noch nicht sicher, was ich von dieser Idee halten sollte, dass Jackson uns das schloss zeigen sollte, schließlich würde ich nur mit meinen Eltern und ihm unterwegs sein, zumindest klang es so und das könnte ziemlich unangenehm werden, so wie ich meinen Vater im Moment erlebte. Während des restlichen Essens war es wieder still und nachdem ich meinen Teller geleert hatte, waren auch die anderen bald fertig und unsere Sachen wurden abgeräumt. Dann würden wir jetzt wohl eine Führung durch das Schloss erhalten, vielleicht war das ja wirklich ein wenig spannend, schließlich war alles hier so riesig und nobel.
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Jackson Meine Mutter nickte mir kurz zu, ehe ich mich von meinem Platz erhob und mich an die Bauernfamilie wandte. "Wenn ihr mir bitte folgen würdet", murmelte ich höflich und ging in Richtung Ausgang des Saales. Erst musste ich kurz überlegen wo ich unsere Gäste als erstes hin führen sollte, schließlich gab es hier im Schloss eine Menge Räume, doch dann kam mir der Thronsaal in den Sinn. Der war noch am unpersönlichsten was das Schloss anging. Den Hofgarten sollte ich auf jeden Fall noch vorstellen und die einzelnen Räume, damit sich alle zurecht fanden, musste ich wohl oder übel auch noch vorstellen. Zum Glück hatte ich hier noch nie den Überblick verloren und konnte stolz sagen, dass ich mich im Schloss auskannte, da ich schließlich noch in keinem anderen Haus war und mein ganzes Leben schon hier verbracht hatte. Als wir den Thronsaal erreicht hatten öffnete mir ein Diener sofort die Tür und wir konnten eintreten. Mit dem Lächeln auf den Lippen, welches ich immer noch beibehielt, auch wenn mir langsam die Gesichtsmuskeln weh taten, fing ich an zu reden. "Wir befinden uns nun im Thronsaal, wie ihr bestimmt schon mitbekommen habt. Nur zur Info, wenn man vom Haupttor geradeaus läuft kommt man direkt hier rein, also damit sich niemand verläuft. Die meiste Zeit befinden sich meine Eltern hier. Ab und zu bin ich hier aber auch an zu treffen. Mein Vater veranstalltet hier auch oft Bälle oder feste, auch wenn wir dafür einen seperaten Ballsaal haben", erklärte ich.
Chloé Ich nickte leicht bei seiner Aufforderung ihm zu folgten und stand auf, um ihm zu folgen. Es wirkte so, als bräuchte er einen Moment, um sich zu überlegen, wo er mit uns zuerst hin gehen wollte. Nachdem er offensichtlich eine Entscheidung getroffen hatte, lief er mit uns wieder einen Gang entlang, bis uns eine Türe geöffnet wurde. "Wow.", sagte ich, kaum hörbar, als wir den Thronsaal betraten. Ich ließ meinen Blick über alle Einzelheiten Im Raum schweifen. Es war so unglaublich prunkvoll hier, alleine dieser Saal war größer, als unser gesamtes Haus mit Stall und ich konnte mir gut vorstellen, dass dies hier wirklich geeignet war, um Bälle zu feiern, aber wie sah dann wohl erst der Ballsaal aus? Trotz meines Erstaunens ließ ich mit alles nicht anmerken, hatte ebenso ein eingefrores Lächeln auf den Lippen wie er. Mein Vater sagte irgendetwas von hervorragender Handarbeit an den Thronen, während ich es nicht einmal wagte wirklich etwas zu sagen, in den Augen meiner Eltern wäre es vermutlich sowieso das falsche
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Jackson "Wir, also meine Eltern, achten immer besonders darauf aus welchem Material alles gemacht wird", sagte ich an den Vater gewandt. Ich ließ noch eine Minute verstreichen, ehe ich mich umdrehte und langsam den Thronsaal hinter mir ließ. "Als nächstes möchte ich euch den Ballsaal zeigen, den wir eigentlich nur selten Benutzen da der Thronsaal für die wenigen Feiern reicht aber es kommt manchmal vor, dass wir aufgrund der vielen Gäste den Ballsaal zur verfügung stellen um nicht alle zusammen zu quetschen", erklärte ich mit dem Blick geradeaus. Am ende des Ganges bog ich ab und betrat den großen Ballsaal. An den Wänden hingen Wandteppiche und an den Seiten standen Tische für das Buffet. Auch für die Gäste waren kleine Runde Tische und Stuhle aufgestellt, die die Tanzfläche einrahmten. Zwischen dien Teppichen konnte man durch riesige Fenster nach draußen sehen und an dem ein oder anderem Fenster waren Griffe angebracht um nach draußen auf den Balkon zu gelangen um die frische Luft zu genießen oder sich zurück zu ziehen.
Chloé Mein Vater schien sich definitiv für das hier zu interessieren, ich wollte eigentlich inzwischen nur noch, dass es so schnell wie möglich vorbei war, ich hatte keine Lust mehr auf die vorgespielt Höflichkeit und Freundlichkeit, die uns umgab. Auch wenn das Schloss tatsächlich wunderschön war und ich mich am liebsten länger umsehen würde, so würde ich das wenn dann nur alleine tun wollen, ohne jemanden, dem ich mein Interesse zeigen musste und dem gegenüber ich mich höflich und freundlich verhalten musste. Als wir weiter liefen und dann im Ballsaal an kamen, ließ ich meinen Blick beinahe sehnsüchtig durch die riesigen Fenster nach draußen in den Garten schweifen. Dort wäre ich viel lieber, man erkannte von hier aus ein Labyrinth aus Büschen, dort hätte man bestimmt seine Ruhe und ich musste nicht unter den strengen Blicken meiner Eltern dem Prinzen durch das Schloss folgen und mir nicht anmerken lassen, wie unwohl ich mich fühlte. Doch im Moment konnte ich der Situation nicht entkommen, also tat ich das, was von mir erwartet wurde, ließ meinen Blick durch den Raum schweifen und lächelte weiterhin.
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Jackson Ob meine Eltern es mir erlauben würden in den Garten zu gehen, war mir im Moment egal, also drehte ich mich abermals um und verließ den Saal. Mir war ziemlich heiß geworden und ich brauchte unbedingt ein wenig frische Luft. Zum Glück hatte ich dafür gerade eine Ausrede und musste mir nichts weiteres einfallen lassen um nach Draußen zu gehen. Ich steurte auf eine eher kleine Tür zu, welche aber meiner Meinung nach die schönste im ganzen Schloss war. An ihr kletterten Ranken empor und kleine, aber dennoch farblich herausstechende Blumen hatten zwischen dem ganzen Grün einen geeigneten Platz gefunden. "Hinter dieser Tür befindet sich unser großer Garten", sagte ich flüchtig damit keine Verwirrung aufkam und legte meine Hand auf den goldenen Türgriff, der mit Mustern geschmückt war. Als ich die Tür öffnete und ins freie trat atmete ich den frischen Duft der Blumen ein und genoss kurz die Sonne auf meiner Haut. Zu lange blieb ich aber nicht stehen sondern setzte den Weg fort um schnell wieder zurück zu meinen Eltern zu kehren. Zu lange wollte ich nämlich nicht mehr durch das Schloss laufen, da es auch ziemlich groß war, von den vielen Zimmern mal ganz zu schweigen.
Chloé Er drehte sich erneut um und lief auf eine kleine Türe zu. Erst bei näherem betrachten, fielen mir die Verzierungen an ihr auf und ich lächelte tatsächlich für einen Moment lang echt. Diese Türe erinnerte mich ein wenig an ein Märchen, als würde sie in ein magisches Reich oder so etwas führen. Als er sagte, dass sie in den Garten führte, war ich sofort etwas begeisterter , frische Luft konnte nach all dem nicht schaden. Draußen angekommen spürte ich die warmen Strahlen der Sonne auf meiner Haut und einen leichten Wind, der durch mein Haar striffen und einige, wenn auch kleine, Strähnen aus meiner Frisur löste, die nun mein Gesicht einrahmten. Als wir den Weg im Garten entlang liefen, knirschten die kleinen Steine unter unseren Schuhen und ich ließ meinen Blick über die Blumen und Beete schweifen. Das war wirklich schön, noch schöner als all die Malereien und Verzierungen im Inneren des Schlosses.
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Jackson Kurz warf ich einen Blick über meine Schulter. Erst jetzt fiel mir auf, dass ich noch nicht einmal ihren Namen kannte. Bestimmt hatten meine Eltern vergessen es mir zu sagen bei dem ganzen Stress in letzter Zeit. Die meisten dachten ja, dass die Königsfamilie ein unbeschwertes Leben führte, was in gewissermaßen ja auch stimmte. Trotz dem ging es bei uns auch oft ziemlich stressig zu und wir bekamen uns oft in die Haare. Schließlich konnten wir uns ja nicht dauernd auf die faule Haut legen das Reich musste ja ach von irgendjemandem regiert werden und das tat sich nicht von alleine. Als ich wieder geradeaus sah konnte ich die Stimmen einiger Gärtner vernehmen. "Ganz ruhig ist es hier nie", gestand ich. "Dafür haben wir aber noch einen kleineren Garten falls man sich zurück ziehen möchte", murmelte ich noch laut genug damit es alle hören konnten. Die Gärtner und die Diener die hier rumliefen mussten dies ja nicht mitbekommen. Ich hatte auch nicht vor diesen kleinen Garten vor zu stellen, da ich eigentlich der einzige war der ihn benutzte. Wahrscheinlich würde er bald wieder in Vergessenheit raten und ich hatte den Platz weiterhin für mich alleine.
Chloé Als er von dem kleineren Garten sprach, war das wirklich etwas interessantes zu wissen. Nachdem ich vermutlich relativ bald sehr viel Zeit hier verbringen würde, nachdem ich den Prinzen geheiratet hatte, war ein Rückzugsort genau das Richtige, was ich brauchen konnte. Ich ließ meinen Blick weiterhin durch die Gegend schweifen und achtete nicht wirklich auf den Weg, so dass ich stolperte und stürzte. Ich tat mir zwar nicht weh, doch erntete von meinen Eltern einen strengen, ja beinahe enttäuschten Blick, während ich mich wieder auf richtete und mein Kleid vom Staub befreite, mit dem Blick auf den Boden gerichtet. Es war mir wirklich unangenehm, dass das hier passiert war, nicht nur wegen meinen Eltern, sondern auch in einer anderen Situation, unter anderen Umständen, wäre es mir unangenehm, denn ich hatte vor dem Prinzen, den zukünftigen Regenten und zusätzlich meinem zukünftigen Ehemann, eine nicht sehr erfreulich Bekanntschaft mit dem Boden gemacht hatte. Ich spürte, wie meine Wangen rot wurden und dadurch, dass meine Haare zusammen gebunden waren, konnte ich es auch nicht mit selbigen verstecken, so dass ich meinem Blick nur stur auf den Boden richtete.
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Jackson Ich zuckte kurz zusammen, als ich hinter mir die Steine aufwirbeln hörte. Als erstes dachte ich, dass jemand etwas geworfen hatte, aber als ich mich umdrehte, sah ich die junge Frau auf dem Boden liegen. Anscheinend war sie gestolpert, was ich aber nicht wirklich mitbekam. Von ihren Eltern erntete sie nur strenge Blicke mit einem hauch Enttäuschung. Normalerweise hätte ich sie jetzt angekeift, aber ich musste bedenken, dass erstens ihre Eltern daneben standen und ich keinen falschen Eindruck hinterlassen wollte und zweitens kam sie aus ärmeren Verhältnissen und war es nicht gewohnt königlich dahin zu schreiten, also fragte ich einfach: "Hast du dir weh getan? Ich kann einen Artz rufen lassen". Als ich nochmal einen Blick auf den Boden warf musste ich feststellen, dass alles aufgewirbelt war und die Steine zerstreut halb auf dem Rasen lagen.