Jackson Ich zog einen Mundwinkel nach oben als sie das mit dem Verlaufen erwähnte. "Irgendwann findet man immer zurück und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass man in fast jedem Zimmer etwas zu Essen findet. Also verhungern ist schonmal ganz unmöglich", sagte ich, da ich wusste, dass ich aus Erfahrung sprach. Auch, wenn es für mich kein Problem mehr war durch die Gänge zu wandern ohne mich zu verlaufen. "Ich hätte ehrlich gesagt auch nicht erwartet, dass du einfach so in fremden Sachen herum wühlst", meinte ich schließlich. Auch, wenn sie nicht aus einem Königshaus kam konnte man erwarten das ein gewisser Anstant vorhanden war.
Chloé Ich bemerkte, wie er seinen Mundwinkel ein Stück in die Höhe zog, vielleicht war das ja doch ein gutes Zeichen, zumindest ein wenig Sympathie schien zwischen uns zu herrschen, was schon mal besser war, als wenn wir uns hassen würden oder gar nicht miteinander klar kamen. "Das ist schon mal beruhigend zu wissen.", meinte ich dann. "Ich glaube in fremden Sachen wühlen sollte niemand, das gehört sich einfach nicht, ich möchte schließlich auch nicht, dass jemand sich einfach so an meinen Sachen vergreift.", sagte ich leise und sah einen Moment lang zu Boden. Es war noch immer surreal, ich würde bestimmt noch einige Tage brauchen, bis das alles tatsächlich ganz bei mir angekommen sein würde. Bis da hin wirkte es alles wie ein großer, schlechter Traum.
Das Leben ist wie eine Pusteblume... Wenn die Zeit gekommen ist, muss jeder für sich alleine fliegen...
Jackson Mir kam langsam der Gedanke wieder in den Sinn, dass Kyle bestimmt immer noch im Wald warten würde. "Ja da hast du Recht, ich denke keiner wird einfach so in Sachen wühlen die einem nicht gehören, jedenfalls kein normaler Mensch", stimmte ich ihr zu."Kannst du eigentlich reiten?", fragte ich, auch wenn es wahrscheinlich selbstverständlich war, da ihre Familie ein Pferd besaß. Mir wurde das Reiten schon als kleiner Junge beigebracht. Damals hatte mein Vater mir einen Schimmel gekauft, welcher jetzt aber schon ziemlich alt war und in seiner Box genüsslich sein Heu fraß. Ich hatte ihn immer sehr gerne gehabt doch inzwischen ritt ich auf einem anderen Pferd namens Moonlight Shadow.
Chloé Ich nickte noch einmal kurz, bevor ich ihn wegen seiner Frage ein wenig erstaunt an sah. "Nunja, mehr oder weniger, ich bin in der Lage auf einem Pferd zu sitzen und drauf zu bleiben, sehr viel mehr aber nicht.", erklärte ich ihm meine Reitkünste und lächelte ein wenig unsicher, da ich nicht wusste, worauf er hinaus wollte Natürlich, wir hatten ein Pferd, aber das war mehr für die Arbeit und das ziehen des Karrens gedacht, als um wirklich geritten zu werden. Es interessierte mich wirklich, wie er auf einmal auf die Idee mit dem reiten gekommen war, schließlich war das keine Frage, die ich bisher bei normalen Gesprächen gehört hatte, er hatte also vermutlich einen bestimmten Grund das zu fragen. Und jetzt wartete ich erst einmal darauf, ob er mir diesen Grund nennen würde.
Das Leben ist wie eine Pusteblume... Wenn die Zeit gekommen ist, muss jeder für sich alleine fliegen...
Jackson Ihre Reaktion auf meine Frage war mehr als berechtigt. Erst redeten wir üner die Zukunft und die Ungerechtigkeit unserer Eltern uns gegenüner und plötzlich stellte ich die Frage ob sie reiten konnte. "Das reicht doch oder?" Ich trat vom Fensterbrett weg und sah in Richtung Tür. "Ein Freund von mir wartet schon etwas länger im Wald auf mich und ich kann es mir nicht erlauben ihn noch länger warten zu lassen. Meinen Eltern würde es aber auch sicher nicht gefallen, wenn ich dich hier lassen würde", erklärte ich ihr den Grund für meine Frage. "Falls das mit dem Reiten nicht klappt kann ich dich auch auf meinem Pferd mitnehmen. Wir bleiben nicht lange. Nur, dass er weiß, dass ich noch lebe"
Chloé Ich nickte ein klein wenig, als er meinte, dass es reichen würde. Er wollte also von mir, dass ich ihn in den Wald zu einem Freund begleitete, nur damit er keinen Ärger mit seinen Eltern bekam, weil er mich alleine hier ließ. Ich nickte erneut ein kleines bisschen. "Ich denke dafür sollten meine Reitkünste ausreichen.", sagte ich und lächelte ihn ein wenig an. "Euer Freund wird sich schon keine weiteren Sorgen um euch machen müssen.", sagte ich und legte meinen Kopf einen Moment lang schien, bevor ich wieder von meinem Bett auf stand. "Ich denke dann sollten wir nur langsam los, schließlich wird es nicht mehr allzu lange hell bleiben und ich muss zugeben, dass ich nicht unbedingt im dunklen draußen unterwegs sein möchte.", sagte ich zu ihm. Die Dunkelheit und ich waren nämlich wirklich nicht die besten Freunde und deshalb wollte ich im dunklen nicht mehr draußen sein, auch wenn ich nicht allein sein würde.
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Jackson Ich ging ich Richtung Tür und öffnete diese. "Ja wir sollten uns ein wenig beeilen", sagte ich, während ich die Treppe hinunter stieg. Sie schien nicht all zu begeistert von meinem Vorhaben zu sein. Naja sie musste sich an alles erstmal gewöhnen aber trotzdem konnte ich meine Freunde nicht einfach so vermachlässigen, nur weil meine Eltern vor hatten mich zu verheiraten. Was fanden sie denn so schlimm daran, dass ich alleine regiere? Es gibt doch bestimmt genug Könige die dies taten. Als wir dann im Stall ankamen konnte ich meine Rappen Stute schon wiehern hören.
Chloé Ich folgte ihm die Treppe hinunter in die Stallungen. Dort sah ich mich um. Es waren alles wunderschöne, elegante Tiere, besonders im Vergleich zu unserem Pferd, er war nur darauf gezüchtet zu arbeiten, stark zu sein. Im Gegensatz waren die Pferde hier dafür da schön aus zu sehen und zu zeigen, dass man das Geld hatte sie sich zu leisten. Ich hörte wie eines der Pferde wieherte, als wir den Stall betraten und entdeckte eine Rappstute in einer der Boxen, die ihren Kopf in seine Richtung streckte. Offensichtlich war dies seine Stute, sonst würde sie wohl eher nicht so auf ihn reagieren, nur weil er in den Stall gekommen war. Ich blieb an einer der anderen Boxen stehen und strich Dem Hengst, der darin stand, einen Moment lang über die Stirn.
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Jackson Behutsam strich ich meiner Stute über die Nüstern und griff nach einem Halfter und Strick. Dann drehte ich mich zu Chloé um. "Du kannst dir ein Pferd aussuchen wir haben hier genug", sagte ich kanpp, ehe ich Moon aus der Box holte und sie an der Boxtür anband um sie zu Striegeln. All zu lange wollte ich nicht mehr brauchen sonst wurde es dunkel und ich wusste genau wie meine Eltern dazu standen, wenn ich im Dunkeln herum Reite, auch wenn sie wussten, dass mir nichts passieren wurde. Jedenfalls ist mir bis jetzt noch nichts passiert. "Wir sollten uns etwas beeilen mit dem Striegeln sonst stehen wir ja Morgen noch da",meinte ich und konnte mir ein leichtes Grinsen nicht verkneifen.
Chloé Ich nickte. "Okay.", sagte ich zu ihm und lief die Boxen kurz entlang, bevor ich mich schnell für eine braune Stute entschied und sie dann aus der Box holte. Ich putzte sie schnell so gut es ging und grinste ebenfalls leicht, als er meinte, dass wir morgen noch hier stehen würden. Nachdem das Pferd sauber war, schnappte ich mir einen Sattel und sattelte das Pferd. "Also ich wäre soweit.", sagte ich leise und musste ein wenig lachen. Von mir aus konnten wir los, denn ich wollte wirklich nicht riskieren, dass es zu spät wurde in der Zeit in der wir noch unterwegs waren. Zum einen gab es noch irgendwann Abendessen, zum anderen würde es wirklich bald dunkel werden.
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Jackson Auch wenn ich davor gesagt hatte, dass wir uns beeilen sollten brauchte ich doch ein bisschen länger. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass Moon so unglaublich schmutzig war und ich viel zu lange an ihrer Mähne herumgebürstet habe. Schnell holte ich einen Sattel aus der Sattelkammer und zäumte sie. "Ich bin auch bereit",sagte ich schließlich, während ich mich auf die Rappenstute schwang und noch in der Stallgasse losritt.
Chloé Ich musste ein wenig schmunzeln, als ich merkte, dass er länger brauchte als ich. Ich stieg schon einmal auf, denn mit dem Kleid war es ein bisschen schwieriger, besonders, da ich ja keinen Damensattel hatte und mich deshalb so hinsetzen musste, dass mein Kleid noch immer alles verdeckte und nicht komplett nach oben rutschte. Einen Vorteil hatte dieser Ausflug wenigstens, ich lernte schon einmal ein wenig die Umgebung des Schlosses kennen, die ich normalerweise nicht unbedingt sah. Ich war beispielsweise nie im Wald unterwegs, alleine war das laut meiner Eltern nämlich zu gefährlich als Dame dort umher zu laufen, so dass das eine Sache war, die heute wohl das erst mal tun würde. Und irgendwie freute ich mich richtig darauf.
Das Leben ist wie eine Pusteblume... Wenn die Zeit gekommen ist, muss jeder für sich alleine fliegen...
Jackson Kurz drehte ich mich zu ihr um, damit sie hinter her kam. Langsam ging die Sonne unter und der Himmel färbte sich orange lila. Mit einem kurzen Schnalzen trieb ich Moon an und sie fiel in einen sanften Trab. Im Schritt würden wir bestimmt nicht so schnell ankommen. "Falls ich zu schnell bin sag es einfach", meinte ich ohne mich um zu drehen. In der Ferne konnte ich schon den Wald sehen. Soweit war es gar nicht mehr zum Glück wusste ich wo Kyle und ich uns verabredet hatten. Hoffentlich wartete er noch und war nicht schon wütend abgezogen.