Sophia Ich wusste nicht, was ich sonst sagen sollte, also presste ich einen kurzen Moment lang meine Lippen aufeinander, was ich immer tat, wenn ich unsicher war und blieb dann still liegen, weiterhin mit geschlossenen Augen.
Wer hinter die Puppenbühne geht, sieht immer Drähte...
Sophia Ich wollte schon fast 'alles andere ' sagen, hielt mich aber zurück. "Mann muss immer damit rechnen, dass die Steuern höher werden, wir haben so schon kaum das nötige Geld, außerdem kann es jederzeit zu Dürre oder Missernten kommenden, dann sind Bauern wie wir aufgeschmissen. Außerdem ist das Leben ziemlich unkomfortabel, früh aufstehen, spät schlafen gehen und einem tut am Abend eigentlich immer alles weh, jeder einzelne Muskel und Knochen. Außerdem gibt es sowas wie Freizeit oder Luxus nicht " sagte ich leise.
Wer hinter die Puppenbühne geht, sieht immer Drähte...
Sophia Er schwieg. Ich tat das gleiche. Was sollte ich auch sonst sagen? 'aber Hey, was solls, so schlimm ist es gar nicht? ' das wäre wohl eine glatte Lüge. Ich biss erneut auf meiner Lippe herum.
Wer hinter die Puppenbühne geht, sieht immer Drähte...
Sophia Ich sah kurz zu Jasper und musste dann leise lachen, als ich merkte, was er meinte, als ich plötzlich seinen Finger auf meiner Lippe spürte. Klar, er hatte mich davor schon berührt, beim Tanzen und als ich weg gelaufen war, aber das jetzt war irgendwie was anderes.
Wer hinter die Puppenbühne geht, sieht immer Drähte...
Sophia Ich erwiderte seinen Blick, sah ihm ebenfalls in die Augen, bevor ich schließlich meinen Kopf zur Seite drehte. "Jetzt bist du dran mit erzählen " sagte ich leise. Irgendwie war die Situation gerade komisch gewesen, so... Vertraut, aber vermutlich eine Vertrautheit, die so nicht sein durfte.
Wer hinter die Puppenbühne geht, sieht immer Drähte...
Jasper "Naja, ich stehe morgens irgendwann auf, frühstücke, eigentlich immer allein. Dann mache ich meistens was mit Sugar, meinem Pferd. Anschließend hab ich Unterricht, auch wenn ich meistens nicht hingehe. Mittag essen tue ich dann mit irgendwem, der gerade zu Besuch ist, oder alleine, aber es ist fast jeden Tag irgendwer da. Dann mache ich den restlichen Tag mit meinem Vater das, was ein König eben so tut und abends essen wir zusammen, wenn er denn mal Zeit hat, ansonsten esse ich wieder alleine."
»Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern vielmehr die Erkenntnis, dass etwas wichtiger ist als Angst.«
Sophia Aufmerksam lauschte ich ihm. So prickelnd war sein Leben auch nicht, aber das hatte ich ja bereits erfahren. Als er sagte, dass er eigentlich nie zu seinem Unterricht ging musste ich leicht schmunzeln. "Und die guten Seiten? " fragte ich dann leise.
Wer hinter die Puppenbühne geht, sieht immer Drähte...